Der Export von Abfall in weniger entwickelte Länder ist in den meisten Industriestaaten verboten. Alle sind sich darin einig, dass es ethisch nicht zu verantworten ist, ein Abfallproblem von einem reichen in ein ärmeres Land zu exportieren. Es besteht jedoch ein gewisser Graubereich, wenn Altreifen noch nicht vollkommen abgefahren sind und daher noch ein wenig länger verwendet werden können. In solchen Fällen wird der Export in weniger entwickelte Länder dadurch gerechtfertigt, dass die Reifen noch keinen Abfall darstellen, sondern noch verwendet werden können.
Große europäische Länder wie Deutschland, Italien, Großbritannien oder Frankreich exportieren große Mengen dieser teilweise abgenutzten Reifen an weniger entwickelte Länder auf der ganzen Welt. Dies führt zu riesigen Problemen: Das Entwicklungland hat mit dem größten Teil des Abfallproblems zu kämpfen, denn es erhält Reifen mit einer sehr kurzen verbleibenden Nutzungsdauer, muss aber mit dem gesamten Abfall zurecht kommen. Oft ist in einem solchen Land nicht die erforderliche Technologie vorhanden, um ordentliches Recycling zu ermöglichen. Daher werden die Altreifen auf Deponien verbracht, wo sie oft ideale Brutplätze für Moskitos bieten und damit zur Verbreitung von Krankheiten wie Malaria beitragen. Verkehrsunfälle sind ein weiteres bedeutendes Problem, denn die Reifen werden oft sehr viel länger genutzt als ursprünglich vom Hersteller vorgesehen.
Die Position von Genan in dieser Frage ist eindeutig: Internationale Altreifentransporte über längere Strecken müssen gestoppt werden, egal zu welchem Zweck der Export durchgeführt wird. Recycling muss auf lokaler oder regionaler Ebene stattfinden.
Brasilien hat diese Debatte im Rahmen des Basler Übereinkommens
in Gang gesetzt und leitet derzeit die Erarbeitung von Richtlinien für den umweltgerechten Umgang mit Altreifen. Das Basler Übereinkommen beschäftigt sich mit internationalen Abfalltransporten.
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