Eine Variation der Deponie ist die Anwendung im Bauwesen (civil engineering applications), die weit verbreitet sind in den USA und einigen europäischen Ländern, z. B. Finnland und Großbritannien.
Im Tiefbau werden die Reifen grob geschreddert und ohne eine Trennung der ursprünglichen Einzelteile (Gummi, Stahl und Textil) als Füllmaterial für verschiedene Zwecke verwendet. Eine weit verbreitete Anwendung ist, diese als Ersatzmaterial für Kies, Sand und Stein in Entwässerungsschichten oder Deckschichten in Deponien einzusetzen. Andere Anwendungen im Tiefbau könnten sein, die geschredderten Reifen als Tragschicht für Straßen, Lärmschutzwände oder auch künstliche Riffe zu verwenden. Aus diesen Anwendungen resultieren Folgeschäden für die Umwelt, wenn z. B. der Stahl oxidiert, der in der Umwelt zurückgelassen wird. Behörden weltweit sind zunehmend skeptisch gegenüber diesen Entsorgungs-methoden, die bereits in einigen Ländern verboten sind.
Da keine der ursprünglichen Materialien zurückgewonnen werden können, ist die Verwendung von Reifen im Tiefbau aus umweltverträglicher Sicht nicht vorteilhaft. Im Vergleich zur stofflichen Verwertung kann eine weitere Produktion folglich nicht vermieden werden. Der vergleichende Klimagewinn ist dokumentierbar bis zu 1,8 Tonnen CO2-Äquivalenten pro Tonne Altreifen. Eine Kurzfassung der Studie kann im Download-Center heruntergeladen werden.